Schreck und Ekel – Wie Mieter sich vor Ratten schützen können

Nichts ahnend betrat Wolfgang Fuhrmann an jenem Wochenende sein Badezimmer. Doch was er dann sah, ließ dem Mieter der Mark für einen Moment den Atem stocken: Gerade bahnte sich eine Ratte ihren Weg durch das blitzsaubere Bad. „Das war eine Riesenratte, und ich bekam sofort eine riesen Gänsehaut“, erzählt der 49-Jährige und berichtet weiter: „Das Badezimmer ist erst kurz vorher modernisiert worden. Alles war frisch gefliest.“ Obwohl ihm der Schreck in den Gliedern saß, schloss Fuhrmann geistesgegenwärtig die Tür und griff zum Telefon, um die Mark Wohnungsgesellschaft zu informieren. „Ich habe gleich den Schädlingsbekämpfer beauftragt“, erzählt Klaus Stelling von der Technikabteilung der Mark. Gemeinsam inspizierten sie noch am selben Tag das Badezimmer in der Parkstraße. Die Ratte ließ sich nicht mehr blicken, dafür fand der Experte das Loch, durch das sie ins Haus gelangt ist. Zwar klein, aber doch groß genug. Für eine Ratte. Die Ratte. Fachmännisch wurde der Wanddurchbruch in der Sockelgeschoss-Wohnung mit Beton zugegossen und mit einem Metallgitter zusätzlich gesichert.
Inzwischen besucht Fuhrmann das stille Örtchen wieder recht unbekümmert und kann über den Vorfall sogar lachen. Dennoch: Ein sonderbares Gefühl bleibt: „Ich war froh, dass die Mark, obwohl es Wochenende war, so schnell reagiert hat. In meinem Badezimmer, im Keller und rund um das Haus hat der Schädlingsbekämpfer außerdem Köder ausgelegt. Trotzdem sucht mein Blick beim Betreten des Bades nach wie vor jeden Winkel nach einem fetten Nager mit langem, dünnem Schwanz ab. Ich hoffe, dass die Mark auch zukünftig Maßnahmen ergreift, um dem Problem vorzubeugen, zum Beispiel defekte Kellerfenster repariert und die Isolation des Hauses regelmäßig prüft“, so Fuhrmann.

Vorbeugen ist besser
„Zum Glück handelte es sich in diesem Fall um ein Problem, das relativ einfach zu beheben war“, resümiert Stelling und Kollege Stephan Weischede fügt hinzu: „Aber auch die Hausbewohner können eine Menge dafür tun, dass ihre Wohnungen nicht von Ratten aufgesucht werden. Beispielsweise sollten sie keine Speisen in der Toilette entsorgen, die Mülltonnen nicht überquellen lassen und bei Feiern im Garten keine Nahrungsmittel zurück lassen.“ Die sind für die Nager im wahren Sinne des Wortes ein gefundenes Fressen. Weltweit gibt es übrigens 55 Ratten-Arten. Zwei davon sind auch in Deutschland vertreten: Die Wanderratte und die Hausratte. Sie halten sich meistens in feuchten, schmutzigen Umgebungen auf, beispielsweise in der Kanalisation und können bis zu 120 Infektionskrankheiten übertragen. Finden die Tiere ausreichend Nahrung, vermehren sie sich in rasender Geschwindigkeit. Ein Weibchen sorgt dann für etwa 1.900 Nachkommen. Als Haustiere sind sie durchaus liebenswerte Spielgefährten für Kinder. Erst in freier Wildbahn entwickeln sie sich zu gesundheitsgefährdenden Schädlingen. „Unser Schädlingsbekämpfer arbeitet mit ganz unterschiedlichen Mitteln. Von Giftschaum bis zur Falle ist alles dabei“, so Weischede. Welches Mittel er anwendet hängt davon ab, wo die Ratten gesehen wurden und ob eventuell spielende Kinder gefährdet werden könnten. Damit es keine bösen Überraschungen gibt – in jeder Hinsicht.