Tapezieren ohne Beulen

Der Kleister ist auf die Art der Tapete abzustimmen. Bei allen Materialien beachten Sie bitte die Verarbeitungs- und Herstellerhinweise.
Tapeten gibt es in unterschiedlichen Materialien, z.B.Papier, Raufaser, Vinyl, Schaumvinyl, Vlies oder Glasfaser. Bei gemusterten Tapeten müssen Sie beim Tapezieren den Rapport (Maß für die regelmäßige Wiederholung des Musters)und den Versatz beachten und größeren Verschnitt einplanen. Verwenden Sie Tapeten mit gleicher Anfertigungsnummer.

TIPP: Vliestapete, die neue Generation, die das Tapezieren noch einfacher macht: Den Roll-Kleister direkt auf die Wand auftragen, Tapete ansetzen, abrollen und am Boden abschneiden. Die Tapete bleibt auch nach Jahren noch trocken abziehbar.

TIPP:
Luft-Beulen beseitigen Sie durch Einspritzen einer geringen Menge Kleister – kurz einweichen lassen und dann mit einer Rolle andrücken. Hierfür gibt es eine spezielle Kleisterspritze.

TIPP: Vermeiden Sie beim Trocknen Durchzug oder große Hitze. Optimal sind ca. 18°. So verhindern Sie das Aufplatzen von Nähten.

Zum sauberen Arbeiten Fußleisten, Lichtschalter, Steckdosen, etc. entfernen. Achtung: Strom abschalten – Sicherungen raus! Der Untergrund muss sauber, trocken und tragfähig sein. Lose Tapeten- oder Putzstücke entfernen. Alte Tapeten mit einer Stachelwalze perforieren und mit einem Quast Wasser (mit Tapetenlöser) auftragen. Alternativ Dampftapetenablöser verwenden. Löcher und kleine Unebenheiten verspachteln. Stark saugende und sandende Untergründe mit Tiefengrund grundieren. Zum Zuschneiden mit einem Tapeziermesser die Bahnen randgenau übereinanderlegen und leicht andrücken. Rapport beachten. Raumhöhe +10 cm. Den Kleister satt und gleichmäßig von der Mitte zu den Rändern hin auftragen. Zum Einweichen (5 -15 Min.) die Bahnen oben zwei Drittel, unten ein Drittel umschlagen. Alternativ können Sie auch eine Kleistermaschine (in vielen OBI Märkten zu mieten) benutzen, mit der Sie die Bahnen auch direkt zuschneiden können. Nie mehr als 2 Bahnen gleichzeitig bearbeiten. Die erste Bahn mit einem Lot ausrichten und ca. eine Bahnbreite (minus Überstand für Fensternische, s.u.) neben dem Fenster ansetzen. Dann nach innen – vom Licht weg – weiterarbeiten. Die Bahnen auf Stoß kleben und mit einer Bürste oder Gummirolle von oben nach unten und von der Mitte nach außen glattstreichen. Überschüssigen Kleister seitlich ausrollen. Überhänge fest in die Ecken drücken, Tapete wieder leicht abziehen…. und dann an der Falz entlang abschneiden. Oder ein Kantenlineal verwenden. Die Anschlussnähte flacher und ungeprägter Tapeten mit einer Nahtrolle vorsichtig andrücken. Fensternische: Tapetenbahn in Höhe der Fensterbank und der Fensteroberkante einschneiden. Überstand in die Nische klappen. Überstände an Rahmen/Bank abschneiden. Anschließend oberhalb des Fensters (plus Unterkante Fensternische)…. und unterhalb der Fensterbank tapezieren. Vertiefungen für Lichtschalter, Steckdosen etc. werden erst einfach überklebt und dann per Kreuzschnitt mit der Schere freigelegt. Strom abschalten – Sicherung raus!

Zur dekorativen Raumgestaltung können Sie Bordüren oder Zierprofile verwenden. Zum Tapezieren hinter Heizkörpern die Tapete in Breite der Wandhalterungen von unten nach oben einschneiden. Alternativ kann mit Dispersionsfarbe gestrichen werden. Zum Tapezieren von Decken legen Sie die Bahnen in Schlaufen zusammen. Arbeiten Sie an Decken zu zweit. Eine Person setzt die Bahn an, die andere hält sie hoch. Lassen Sie die Deckentapete ca. 2 cm an die Wand überlappen. Die Wandtapete wird dann genau in den Falz eingepasst.